Wenn Du Paradise Beach 2: Around the World auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang
Einige Jahre sind vergangen, seitdem du als Strandplaner angeheuert hast. Mr. Gates ist noch derselbe geblieben, seine Enkelin Emma inzwischen erwachsen. Die Situation jedoch ist noch dieselbe: Gestalte Inseln und deren Strände, um möglichst viel Besucher anzulocken. Natürlich müssen diese auch zufrieden sein und sich wohlfühlen.
Gleich mal eins vorweg: Emma ist noch genauso nervtötend wie als Kind, nur wirkt sie nicht mehr so altklug. Die Dialoge zwischen Großvater und Enkelin sind einfach nur zum Wegklicken, auch weil es zu den Mundbewegungen keinen Ton gibt. Leider überspringst du mit diesem Dialog auch gleich einen eventuell vorhandenen Teil des Tutorials.
Es gibt 8 Inseln, die es zu bebauen gilt, jede mit 5 Leveln. Fängst du eine neue Insel an, findest du sie völlig leer vor. Das heisst, du stellst bei jeder Insel zu Beginn Sonnenstühle auf, Eis- und Obststände. Deine Gebäude sind nämlich jedes Mal erneut sehr begrenzt, weil dir einfach nicht mehr in die Hand gegeben wird. Erst in den weiteren Leveln jeder Insel bekommst du mehr Gebäude hinzu. Das ändert sich leider bis zur letzten Insel nicht, wo man eigentlich voraussetzen dürfte, dass du es inzwischen einigermaßen kannst.
So schleicht sich schnell Langeweile ein. Der erste Level hat den Grundaufbau, der zweite führt ihn weiter, der dritte nochmal weiter bis hin zum 5. der Insel. Dann beginnst du wieder alles von vorn. Natürlich gibt es auch Sonderaufgaben wie das Vernichten von Sandstürmen oder das Fangen von Minotauren. Die sind aber nicht so häufig und meistens schnell erledigt.
Deine Hauptaufgabe besteht immer darin, eine bestimmte Anzahl an grünen Smilies zu erreichen. Sie dokumentieren die Zufriedenheit der Besucher und wie gut du ihre Bedürfnisse stillst. Dafür gibt es nur noch grüne und rote Smilies, gelbe wurden ausrangiert. Im Prinzip ist es aber gar nicht nötig, die Smilies der Besucher anzuklicken, um herauszufinden, was ihnen fehlt. Unter dem Menü rechts oben wird dir immer schön als Tipp angezeigt, was du als nächstes bauen solltest. Wenn du diesem Fahrplan folgst, kann dir gar nichts passieren.
Deine Zeit zum Erreichen der Ziele ist maßgeblich für eine Gold- oder Silberzeit. Danach kannst du solange benötigen, wie du möchtest und bekommst trotzdem noch Geld. Zwar weniger, als bei einem Gold- oder Silbererfolg, aber immerhin. Mit diesem Geld kannst du ihm Laden Boni kaufen, die du wiederum auf den Insel bauen bzw. einsetzen kannst. Über solche Boni wie das Elefantenbaby freuen sich die Besucher besonders.
Wer den ersten Teil Paradise Beach gespielt hat, wird sich erinnern, dass Wege erforderlich waren. Die Gäste haben geschimpft wie die Rohrspatzen, wenn sie durch die Botanik stiefeln mussten. Das ist hier nicht mehr der Fall. Spare dir das Geld für Wege (es sei denn, es widerspricht deiner Ästhetik) und baue wild drauflos. Es wird dir niemand mehr übel nehmen. Auch ist das die bessere Variante, da sich die Gebäude wieder nicht drehen lassen und so der Eingang oft nicht an den gebauten Wegen liegt.
Die Müllmänner sind auch noch genauso faul wie im Vorgänger. Sie bringen es hier sogar fertig, direkt neben einem überquellenden Mülleimer zu stehen und sich zu langweilen. So kannst du dir die Mülleimer gleich sparen, dann sammeln sie wenigstens von der Erde auf. Neben den bekannten Rettungsschwimmern, Ingenieuren, Sicherheitsleuten gibt es nun als Neuschöpfung die Krankenschwester. Sie bewahrt Sonnenbadende vor einem Sonnerstich, was du sonst selbst erledigen müsstest.
Ebenso wie die meisten Berufzweige sind auch wieder die Vandalen mit von der Partie. Erkennbar an den blauen Smilies sollte ihnen schnell Einhalt geboten werden, da sonst Reparaturkosten winken. Das wirklich Schlimme daran ist aber: Jeder Vandale ist als Skinhead dargestellt mit Lederkluft und grünem Haarkamm. Auf diese Art der Verbreitung von Vorurteilen hätte ich gern verzichtet!
Irgendwann jedoch hast du dich auch durch die langweiligen Passagen aller Inseln gespielt und dann gibt es zwei Belohnungen, abgesehen von den Pokalen, die du erspielst: Den Sandkasten und die Pinguine. Der Sandkasten besteht wieder aus je einem Level auf jeder Insel. Die Pinguine stellen eine im Prinzip schon von Beginn an fertig bebaute Insel dar, nur dass die Gäste Pinguine sind! Sie kommen auf einer Eisscholle dahergefahren und ersetzen die normalen Gäste. Ein hübscher Einfall und niedlich gemacht, aber eine Stunde lang muss ich mir das Zusehen auch nicht antun.
Du kannst jeden der Level von der Karte aus wiederholen, aber nur bei dem letzten der jeweiligen Insel hast du die Möglichkeit, ihn so lange zu spielen, wie du möchtest. Gäste verlieren weiterhin ihre Utensilien, die du finden solltest, jedoch wird das jetzt zusätzlich in einer riesigen Sprechblase angezeigt, die sehr viel verdeckt. Zu finden ist aber in der Regel alles am nächstgelegenen Strand.
Die Musik ist wieder recht gut gelungen und auch die Grafik sehr schön. Die Nebengeräusche beim Anklicken der Gebäude wie das Wasserrauschen der Duschen oder die Musik in der Disco sind nett gemacht, ebenso wie das Tröten des Elefantenbabys, wenn es angeklickt wird. Das sind aber Dinge, die zu einem guten Spiel dazu gehören, es jedoch nicht allein ausmachen. Wenn man das Gefühl hat, immer wieder dasselbe zu wiederholen und anfängt, mit den Fingern auf die Tischplatte zu trommeln, ist das Spiel sicherlich nur Durchschnitt.
Copyright © 2010 by Gamesetter.com